2 Jahre vegan. Mein Fazit.

Da bin ich nun. In diesem Monat feiere ich mein 2-jähriges. Ganz sang- und klanglos. Zwei Jahre, die ich nun vegan lebe. Zwei Jahre voller Erst-Erfahrungen. Ich muss sagen, sie gingen schnell ins Land. Wahnsinn. Ich habe durchmischte Gefühle, wenn ich an die kommenden Jahre denke. Nicht, dass ich mich später nicht mehr vegan ernähren möchte, aber die Reaktionen der Mitmenschen sind schon sehr verschieden und ich hoffe, den goldenen Weg zu finden, mit diesen Reaktionen umzugehen.

Wie gehe ich damit um?

Zuerst einmal bin ich eine Veganerin, die damit nicht großartig hausieren geht und allen davon erzählt. Ich habe es meinem direkten Umfeld gesagt, einfach damit sie wissen, warum ich dieses oder jenes nicht mehr essen möchte. Bei den Leuten, die es nicht wissen, ergibt es sich irgendwie. Meistens daraus, was auf meinem Teller liegt. Warum ich nicht einfach mit in die Kantine komme und mir Nackensteak mit Gemüse bestelle, sondern für 15 Minuten verschwinde und mit frischen Mangostreifen und einer Nussmischung vom Asiaten zurückkomme.

Der Anfang von allem

Vor gut 4 Jahren begann ich, mich vegetarisch zu ernähren. Es war Ostersonntag, ich aß gerade Salat und schaute mir auf dem Laptop eine Doku über Vegetarismus an. Surfte von einer Webseite zur nächsten und landete bei peta. Diverse Videos, Artikel und Stunden später entschied ich mich vegetarisch zu leben. Ich sagte Fleisch von einen auf den nächsten Tag ab.

Schweinbraten war voll mein Ding

Ich habe immer viel Fleisch gekocht, gebraten und in den Ofen geschoben. Ich war gut in der „Deutschen Hausmannskost“.  Seit besagtem Ostersonntag lebte ich aber vegetarisch. Ganz ehrlich: Mir ist buchstäblich der Appetit vergangen.
Im Laufe der Zeit sagte ich mir, dass ich früher oder später auch keinen Fisch mehr essen möchte. Denn ich hatte schon da eine Ahnung davon, dass man Fische nicht einfach aus der Rechnung ausklammern konnte. Es hat dafür aber noch eine Weile gebraucht.

Nach 2 Jahren, war ich wieder allein zuhause. Es war spät und ich konnte nicht schlafen. Und ich dachte wieder daran, mit dem Fischverzehr aufzuhören und schaute mir wieder diverse Videos, Artikel und Dokus an.

Von dieser Nacht an, entschied ich mich, komplett auf Tiere und Tierprodukte zu verzichten. Fisch, Käse und Eier sollten aus meinem Leben verschwinden.

Ich weiß, diesen Artikel lesen sehr wahrscheinlich nur andere Vegetarier oder Veganer, weil man als Omnivore das echt nicht wissen will. Man ahnt ja bereits, dass es Veränderung mit sich bringen könnte.

Achtung, verstörende Inhalte

Ich möchte an dieser Stelle aber die omnivoren Leser ansprechen. Solltet ihr euch informieren wollen, stellt euch darauf ein, dass es traurig wird. Wenn ihr erst einmal seht, wie die Tiere vor Angst die Augen aufreißen, schreien und um sich treten. Da kommen euch die Tränen. Denn ihr seit mitfühlende Wesen und euch werden mit absoluter Sicherheit die Tränen kommen. Das sind harte Szenen, die man ehrlich gesagt auch erstmal verdauen muss. Gut schlafen kann man danach nicht.

Deswegen verstehe ich, dass dieser Wunsch, sich zu informieren erst kommen muss. Ich verurteile niemanden, der Fleisch isst. Ich weiß, dass die meisten Menschen auf diesem Planeten mitfühlende, warmherzige Wesen sind. Und wie Paul McCartney sagt: Wären Schlachthäuser aus Glas, würde niemand mehr Fleisch essen.

Aber das sind sie nicht. Und so wächst die Zahl der Veganer nur langsam. Aber hey, sie wächst!

Was sagen wohl die anderen?

An diesem ersten Tag meines neuen veganen Lebens, machte ich mir größere Sorgen um die Reaktion meines Umfelds, als um meine neue Lebensweise. Ich dachte, ich bekomme mächtig Gegenwind und dass man das nur für eine Phase abstempelt. Aber nein. Meine engsten Freunde und meine Familie waren offen dafür. Stellten mir zig Fragen, die ich mittlerweile immer besser beantworten kann. Ich bin ja weder Ernährungsberaterin, noch Chemikerin oder Ärztin.

Es fällt mir bis heute schwer Statistiken und medizinische Begriffe 1:1 quer über die Kaffeetasse wiederzugeben. Diese Informationsflut kann ich mir nicht echt nicht merken. Wen es interessiert, der kann mich gern nach Quellen fragen und sich selbst belesen.

Manchmal ist es schwer

Es gibt aber auch andere Reaktionen. Gefährliches Halbwissen gepaart mit Verschlossenheit. Und darauf hab ich bis heute keine perfekte Antwort. Manchmal kann ich locker damit umgehen und alles erklären und manchmal fällt es mir super schwer. Denn ich fühl mich als diejenige, die sich erklären muss. Und dann bitteschön hieb und stichfest, gespickt mit Statistiken und medizinischem Know-how.

Finde „den Stein der Weisen“

Alle bestehen darauf, dass Kinder sich gesund ernähren und viel Obst und Gemüse essen. Wenn man dann aber sagt, ich ernähre mich jetzt nur noch pflanzenbasiert, fragen sich alle, ob man dann nicht unterversorgt ist und Mangelerscheinungen bekommt. Die Logik ist so verdreht.

Frag mal Jaqueline aus Marzahn, die sich hauptsächlich von Wurst und Steak ohne Ende, Weißbrot, Nutella und Milch ernährt. Frag sie mal, wie ihre Blutfettwerte sind. Und ob sie darauf achtet, wie ihr Eisenwert im Blut ist. Ob sie genug Vitamine und Ballaststoffe bekommt. Oder wie ihr Cholesterinwert ist. Es ist völlig absurd, anzunehmen, dass eine Ernährung, die auf Antibiotika vollgepumptes Fleisch, stark verarbeiteten Lebensmitteln und verstecktem Zucker basiert, gesund sei und eine vollwertige pflanzliche Ernährung aus Obst, Gemüse, Kohlenhydraten, Nüssen und Vollkorm ungesund sei.

Aber mit der Zeit kommt immer mehr Wissen

Es ist erschreckend.
Wer viel Milch trinkt, wird groß und stark. Buchstäblich eine veralteter Glaube. Welche Evolution würde denn zulassen, dass eine Spezies nur überleben kann, wenn sie die Muttermilch von anderen Spezies trinkt?
Die Milch von Kühen ist vollgepumpt mit Wachstumshormonen. Damit das eigene Kalb schnell groß und stark wird. Das Kalb. Also ein junges Rind. Das vor der Domestizierung durch den Menschen im Freien gelebt hat und überleben musste.

Unser menschlicher Körper hat einen ganz eigenen Hormonhaushalt. Und der ist mega komplex. Wenn man den Hormoncocktail, namens Muttermilch, einer frisch gewordenen Mutterkuh trinkt, nehmen wir einen komplexen Hormonhaushalt zu uns, mit dem unserer erst einmal klarkommen muss. Und jetzt überlegt euch mal, dass wir in gekaufter Milch ja nicht die Milch von einer einzigen Kuh trinken, sondern die von mehren hundert Kühen?

Der gute alte Lobbyismus


Milch ist ein riesen Thema. Es gibt ganze Bücher und Reportagen zur Milchindustrie und den Auswirkungen des übermäßigen Milchverzehrs auf den menschlichen Organismus. Genauso verhält es sich mit Fleisch. Uns wird von klein auf antrainiert, dass Männer, die grillen und viel Fleisch essen, unheimlich männlich, gesund und stark sind. Und das Frauen, die auf Bouletten stehen, unheimlich cool (weil männlich). Aber das erektile Dysfunktion (Impotenz) und verstopfte Arterien, aufgrund von zu hohem Fleisch- und Wurstkonsum zusammenhängen, darüber redet man nicht.

Bowl oder Döner?

Seit ich vegan lebe und sehr viele Statistiken gelesen und recherchiert habe, komme ich mir manchmal vor, als würde ich auf einem anderen Planeten leben. Ich muss mich wie ein Chemiker rechtfertigen, welche Mineralien und Aminosäuren ich mir über meinen Salat voller Ballaststoffe (Gemüse), Kohlenhydraten (Kartoffel, Quinoa) und guten Fetten (Leinöl, Avocado, Nüsse) zuführe, während sich jemand einen fettigen, arterienverstopfenden Döner in den Mund schiebt.

Und jetzt?

Ich achte bei neuen Gürteln darauf, dass sie aus Kunstleder sind, google viel über Winter-Kunstlederschuhe, Pinatex und Naturkosmetik. Weder Fleisch, Käse oder Milch kommt auf den Tisch. Bei Süßigkeiten achte ich darauf, dass sie vegan sind, ich backe vegan und verwende nur noch tierversuchsfreie Naturkosmetik. Ich esse gesünder denn je und achte links und rechts mehr auf ein ökologisches und nachhaltiges Leben.

Und wieder: Was sagen die anderen?

Meine Freunde und Kollegen bezeichnen mich als entspannte Veganerin. Ich hoffe, ich kann mir diese Einstellung bewahren. Sollen sie alle machen und essen, was sie wollen. Ich esse und mach ja auch, was ich will.

Bis hierher gelesen?

ICH FREU MICH! Offensichtlich interessiert dich das Thema. Vielleicht packt es dich ja die ein oder andere Minute und du möchtest dir auch mal mehr zu dem Thema Massentierhaltung, Klimawandel und Auswirkungen von Tierprodukten auf den menschlichen Organismus anschauen. Dann hab ich hier ein paar gute Links für dich:

Webseiten:

Bücher:

Urban Street Art auf dem Teufelsberg

Auf Europas größtem Urban Street Art Gelände – dem Teufelsberg im Grunewald

Heute verbrachte ich den Tag mit meiner lieben Freundin von beta2version im Berliner Grunewald auf dem Teufelsberg und bewunderte jede Menge beeindruckender Urban Street Art.

Zunächst einmal waren wir beide noch nie im Grunewald. Ja, als Berliner passiert das mal. Wir haben es ja jetzt nachgeholt. Nach einer ausführlichen BVG-Fahrplandiagnose brachte uns die GPS Google-Navigation sicher durch den Wald zum Teufelsberg.

Leicht außer Atem erreichten wir die Anlage, die mit jeder Menge Zaun umschlossen ist. An einigen Stellen sieht man noch Ausbesserungen, von Leuten die „unbefugt“ die Anlage betreten wollten. Wären wir mal früher gekommen.

Egal. Wir drehten eine Runde um den Berg und entschlossen uns, vor dem vermeintlichen Haupteingang zu warten. Frau Beta wusste, dass es stündlich Führungen gibt. Nach nicht mal 10 Minuten nachdem wir unsere Butterbrote aufgegessen hatten, ertönte ein lautes 30er Jahre Swing Lied im Wald und ein alter VW Bus, der zu einem mobilen Eis-Laden umfunktioniert wurde, düste um die Ecke. Mit dabei auch einige Leute von der Künstlervereinigung, die die Touren über das Gelände geben.

Nach 10 Minuten und 7€ leichter wurden wir von einem sehr netten Guid zum Turm geführt. (Bevor wir das Gelände betreten durften, musste jeder einen Haftungsausschluss unterschreiben. Denn hier gilt: Betreten auf eigene Gefahr.)

Der Guide
führte uns langsam über das Gelände und nannte uns alle Sicherheitsvorkehrungen und Gebote, die wir beachten sollten. Endlich im Turm ging es Stockwerk um Stockwerk höher. Die Aussicht über den Grunewald und Berlin ist grandios. Wir hatten zudem das Glück, dass die Sonne schien und keine Wolke am Himmel die Aussicht trübte.

Das Haus selbst wurde komplett entkernt. Es gibt weder Türen, noch Fenster. Nur noch Mauerwerk. Wahrscheinlich aus diesem Grund ist es ein perfekter Ort für zahlreiche unfassbar talentierte Graffiti– und Stencil-Künstler. Jedes Stockwerk faszinierte mit großen Bildern. Wir schauten uns begeistert alles an und knipsten Fotos um die Wette.

Schließlich durften wir den Turm hinauf in die Kuppel. Die Akustik dort ist einmalig und ist echt lustig. Alles was man sagt bildet mehrmals ein Echo.  Nach ca. 1 Stunde gingen wir alle wieder runter und verließen das Gelände. Ein toller Besuch bei Bombenwetter. Hat sich gelohnt. Nächstes Mal gehen wir auf den Müggelturm.

Koh Tao – Ab auf die Taucherinsel

Der Moment, wenn du endlich angekommen und im Wasser bist..

Von Bangkok aus sind wir mit dem Nachtzug der staatlichen Zuggesellschaft State Railways of Thailand nach Chumpon gefahren. Die Stadt liegt einige Kilometer von der Ostküste (am Golf von Thailand) entfernt und findet man eher im oberen Teil von Süd-Thailand. Der Zug geht vom Hauptbahnhof „Hua Lamphong“ in Bangkok und fährt dann mehrere Stunden direkt durch nach Chumpon. Schon im Vornherein kann man sich die Tickets online buchen und sich damit einen Platz im Schlafwagen sichern. Man muss sich eigentlich nur überlegen, in welcher Klasse man fahren möchte. Wir nahmen die 2. Klasse mit Klimaanlage und Betten. Pünktlich im 20 Uhr beginnt dann ein Mitarbeiter der Bahn die Betten vorzubereiten (ausklappen und frische Bettwäsche auslegen). Und „Aircon“ bedeutet in diesem  Fall Klimaanlagen und Ventilatoren. Kleiner Tipp am Rande: Die Betten werden als Doppelstockbetten ausgeklappt.  Wer oben liegen möchte, wird u.U. sehr frieren, weil ihm die Klimaanlage schön die kalte Luft in die Koje pustet. :)

Hua Lamphong

 Hua Lamphong

Irgendwann morgens um 5 Uhr kommt man in Chumpon an und wartet 1 1/2h auf die Busse, die einen direkt zur Fähre fahren. Sobald man aus dem Zug steigt, wird man gleich zu einer Kasse gelotst, bei der man sein Ticket vorzeigen soll. Daran erkennen die Mitarbeiter, mit welcher Fährgesellschaft man fährt (die Busse gehören dazu) und kleben dir einen Aufkleber auf die Brust – als Kennzeichnung für deinen Zielort.

Wir hatten den Transfer über Lomprayah gebucht. Das ist die neuere und sichere Gesellschaft. Dafür sitzt du dann aber auch in einem klimatisierten Bus und fährst anschließend mit einer modernen, schnellen Fähre nach Koh Tao.

Lomprayah

Lomprayah Fähre

Als wir endlich in Koh Tao ankamen und aus der Fähre stiegen, empfingen uns ca. 15 Taxifahrer, die uns alle für viel Geld (200-300 Baht) zum Hotel bringen wollten. Wird man also nicht vom Hotel abgeholt, bleibt einem leider nicht viel übrig, als den Preis etwas runter zu handeln und sich zum Hotel fahren zu lassen. Da unser Hotel uns nicht abholen konnte (aus irgendwelchen Gründen, bla bla) nahmen wir uns ein Taxi. Das sind auf den Inseln aber fast ausschließlich Pick-Ups. Und die Fahrgäste sitzen hinten drauf. Beim ersten Mal kam ich mir vor wie Vieh, aber dann machte es tierisch Spaß und ich vergass den Vergleich. :)

Unser Hotel lag etwas oberhalb der Insel, so dass mich der Blick über die Insel alles vergessen lies.

Blick auf die Insel

Blick auf die Insel

Nachdem wir unsere Sachen ausgepackt hatten, gingen wir ins „Zentrum“ der Insel und schauten uns um. Es gab jede Menge Restaurants (zu empfehlen ist das Restaurant „Blue Chair“ in einer kleinen Seitenstraße (fragt mich nicht nach dem Namen, aber so groß ist die Insel nicht. Das findet man! ;)). Das Pad Thai dort ist wirklich gut, die Preise moderat und die Einrichtung am gemütlichsten. Außerdem gibt es hier viele Stände, die frische Smoothies oder „Pancakes“ anbieten (eigentlich Crépes, aber gut). Man hat die Wahl zwischen süßen mit Banane z.B. oder herzhaften mit Zwiebel und Ei.

Pancake Stand

In Koh Tao erlebten wir die ersten Regengüsse. Sie sind ganz anders als hier. Das, was bei uns starker Platzregen ist, ist dort normal. Ich kam mir etwas albern vor, als ich die Fotos und Videos davon machte ^_° aber egal…

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Auf Koh Tao kann man  sicher einiges machen, aber was man sich sparen sollte, ist ein Spaziergang zum Laem Thian Beach! Denn man läuft quasi quer durch die Insel – oder sagen wir Dschungel. Irgendwann von 60 Jahren hat mal jemand einen Weg angelegt, aber der ist mittlerweile so zugewachsen, kaputt und voll mit Geröll, das man eher von einer Wanderung, als einem lockeren Tagesausflug reden kann. Macht sich auch super, wenn man nicht richtig ausgerüstet ist und kleine, leichte Stoff-Espandrillos trägt. Leben am Limit, ich sag’s euch. Nach 1 1/2h laufen und kraxeln (in der Sonne gefühlte 3 Stunden bergauf) kamen wir an einem verlassenen Strand an, mit Hotelruinen, Graffiti und einem alten Mann, der sich dort weitab der Touris seinen Unterschlupf im Wald baute.  Mir war das alles nicht geheuer – ein deutsches Pärchen, das etwas planlos quer durch die Insel läuft ist – nun ja. Wir sind dann nach einer kurzen Verschnauf- und Trockenpause wieder zurück.

wanderung

verlassenes Hotel

Was kann man noch so machen? Baden in glasklarem, tropischen Wasser, wunderbar am Strand essen, trinken, Feuerkünstlern und dem Sonnenuntergang zuschauen und – schnorcheln!

sonnenuntergang

Koh Tao Strand

Wir hatten eine Tagestour gebucht, bei dem man auf einem kleinen Tauchboot 5 Stunden einmal um die Insel fährt und an den schönen Schnorchelstellen anhält. Eine Tour, die wir gebucht hatten, wurde wegen des Regens abgesagt, so blieb uns nur noch ein voller Tag auf der Insel und den wollten wir mit Schnorcheln verbringen. Komme, was da wolle. Es kam Regen. Und Wind. Ich spürte beim Schnorcheln also permanent die Regentropen auf meinem Rücken. Zum Glück ist es ja in diesen Breitengraden trotzdem verhältnismäßig warm.

Es hat sich gelohnt. Keine Frage. Es fühlt sich echt toll an, wenn viele kleine bunte Fischschwärme um dich herumschwimmen. Und es fühlt sich komisch an, wenn man merkt, dass sie einen umkreisen und umzingeln. O-0.

Leider hinterließen viele Touristen vor uns so einigen Müll im Wasser, so dass ich mich beim Schnorcheln das ein oder andere mal erschrak, weil ich dachte ein Fisch knabberte an meinem Fuß. Es war dann aber doch eine Plastiktüte oder -flasche. :(

koh tao land for sale schnorcheln

Abschließend möchte ich noch sagen, dass sich Koh Tao als Start für einen Thailand Trip absolut lohnt. Die Insel ist einfach total schön und macht es einem leicht, sich zurechtzufinden und auf das Land einzustellen. Ab nach Koh Tao!

Thailand – eine Rundreise durch den Süden – 1. Halt: Bangkok

Thailand – eine Rundreise durch den Süden – 1. Halt: Bangkok

Mein Freund und ich planten eine Rundreise für 3 Wochen nach Thailand. Die Route verlief von Bangkok – Chumpon – Koh Tao – Koh Pangan – Kao Sok – Kao Lak – Krabi – Bangkok. Wir sind also ganz schön rumgekommen. In jedem Ort blieben wir an die 3-4 Tage. Da ich zu allen Orten soviel zu erzählen habe, leg ich für jeden einen eigenen Artikel an.

Bangkok

Diese Stadt ist so groß und beeindruckend – selbst für mich als Berliner Pflanze, war mir das zwischendurch zu viel. An manchen Ecken stinkt es, an anderen nicht. Auf einigen Straßen gibt es Gehwege, auf anderen nicht.  Trotzdem ist es aber auch schön und hat seinen ganz eigenen Charme.

Kleine Nebenstraße

Kleine Nebenstraße

Bzzzzzzz....... ich sag nur spooky Kabelwirtschaft

Was man in Bangkok auf jeden Fall machen kann, ist essen. Essen und shoppen. Klar ist die Hälfte davon nachgemacht oder nicht von bester Qualität, aber man macht es irgendwie trotzdem.  Das Essen findet viel auf der Straße statt und beginnt so ab Nachmittag. Wenn alle von der Arbeit kommen und die Mittagshitze langsam wieder nachlässt. Ob man an einem Stand etwas kauft oder nicht, bleibt im Grunde dem eigenen Menschenverstand überlassen. Manche Stände waren sauber und gepflegt, andere sahen echt übel aus.

Die Stadt ist zwar riesig, aber relativ simpel zu befahren. Als Touri kommt man recht einfach an einen Stadtplan und ab gehts. Man kann viel mit der SkyTrain und dem BTM fahren. Das ist quasi das U-Bahn und Hochbahnsystem der Stadt.

BTM TrainAber auch das versteht man schnell. Wenn man dann noch weiß, wo man hin will, läuft alles super. Denn in dieser Stadt musst du unbedingt wissen, wo du hinwillst. Einfach mal gemütlich schlendern und sich die Stadt angucken, wie in Deutschland, funktioniert da nicht. Das macht einen nur wahnsinnig und gestresst. Denn es ist laut und wuselig. Dazu heiß, schwül und etwas stickig. Schattige Plätze und lauschige Parks kann man auch an einer Hand abzählen. Natürlich, wie in jeder anderen Stadt, sind die Bahnhofe am frühen Abend ziemlich voll. Zum Glück sind die Thais da sehr entspannt. Die Züge halten an fest markierten Punkten auf dem Gleis, so dass man sich vor den Türen in Schlangen anstellen kann. Kommt der Zug, gehen alle zügig rein, aber kaum jemand drängelt, schubst oder wird aggressiv. Also nicht so wie in Berlin. Hust.

Bahnhof "Central World"
Auch schön – niemand nimmt die Treppe.

Als wir in der Stadt unterwegs waren, wollten wir uns ab und zu in empfohlenen Restaurants etwas zu essen holen und nicht völlig planlos umherirren.  Wir hatten uns beide die TripAdvisor App runtergeladen und uns zusammen mit Google Maps auf die Suche nach diesen Restaurants gemacht. Leider ist die Karte bei TripAdvisor recht ungenau. So läuft man sich ’n Wolf, um dann rauszufinden, dass das Restaurant genau hier sein sollte. Da ist dann aber nix. Im Umkreis von einem Kilometer auch nicht. Das nervt dann schon mal.

In den paar Tagen in Bangkok haben wir uns ein paar ShoppingMalls, einen Tempel, das Rotlichtviertel, den großen Wochenmarkt und ein paar bekannte Straßen, in denen man gute Bars finden sollte, angesehen.

Die ShoppingMalls sind krass. MBK - ShoppingMallKomplett eine andere Hausnummer als unsere hier. Sie sind einfach riesig. Allein mal zwischendurch auf’s Klo zu müssen (Sorry an meinen Freund an dieser Stelle ^^) kann echt in verlorener Zeit ausarten, weil man Zeit braucht, um hinzukommen.  Egal, man muss das trotzdem mal erlebt haben.

Auch waren wir auf dem großen Chatuchak Wochenendmarkt. Irgendwoher bekommt man eine Übersichtskarte – wir hatten unsere von einem Verkäufer, weil ich danach gefragt hatte?! Übersichtskarte des großen WochenendmarktsEs gibt dort Essen, Klamotten, Tücher, Seife, Blumen, Deko, Möbel, Spielzeug, Schuhe, Gürtel, SchnickSchnack, Souvenirs, Geldautomaten und Tiere. Und das war nicht schön. Ich bin an kleinen Eichhörnchen vorbeigelaufen und dachte es wären Plüschtiere. Bis mein Freund mich darauf aufmerksam machte, dass sie echt sind. Leider wurden sie mit einer seeeehr kurzen Leine am Hals festgebunden. So konnten sie sich eben kaum bewegen. Auch hat man ihnen kleine Röcke angezogen und Weihnachtsmützen aufgesetzt. Das war total krank.  Auch kleine Hasen und Hunde gab es. In super kleinen Käfigen und auch mit Röcken und Mützen verkleidet. Natürlich durfte man nicht fotografieren oder filmen. Klar. Also das mit anzusehen war wirklich übel.

Trotzdem, ein Besuch lohnt sich. Es ist laut und voll, aber hey, wann ist man schon mal auf dem größten Flohmarkt Asiens?  Der Markt liegt übrigens recht nah am BTM Bahnhof „Mo Chit“. Von da läuft man ein paar Minuten und kommt direkt auf den Markt.

Natürlich waren wir auch mal was trinken in Bangkok und haben eine Ecke gefunden, die ganz nett ist. Wir waren in einer Seitenstraße der bekannten Sukhumvit Rd. Dort gibt es eine Menge Bars und auch ein paar Restaurants (mexikanisch, neu seeländisch, italienisch, thailändisch… ) Zu empfehlen ist der Neu Seeländer names „Snapper“. Da gibt es gute Pommes, Fisch und naja. Das Bier war so mittel preiswert. Aber wir hatten Hunger und wollten nicht noch lange rumlaufen.

Standort des "Snapper" Nähe der Sukhumvid Rd.

Am Ende unseres Bangkok Aufenthalts waren wir im Grand Palace – einer sehr bekannten Tempelanlage, zu der man ganz gut mit dem Express Boot hinkommt. Für gerade mal 30 Baht. Abkassiert wird im Boot von einer kleinen, aber bestimmten Dame. Sie ruft auch die Haltestellen aus. Den Halt am Grand Palace kann man also gar nicht verfehlen,. Auch weil gefühlt alle da aussteigen. Die Tempelanlage umfasst ein riesiges Areal – Hauptattraktion ist ein Jade-Buddha. Der Eintritt kostet 500 Baht und man muss sich entsprechend kleiden. Das heißt, Männer müssen lange Hosen tragen, Frauen ihre Schultern und Knie bedecken.

Wer dort hingeht, sollte sich darauf einstellen, dass es richtig! voll ist. Ich würde mich jetzt nicht als jemanden bezeichnen, der eine bescheinigte Platzangst besitzt, aber auch mir war das  zu voll. Auditiv und visuell empfand ich die Besichtigung als anstrengend (hinzu kommt ja noch die Hitze). Denn es gibt dort viele, viele Touristengruppen, die von Guides in der Anlage herum geführt werden. An sich super. Aber manche Gruppen gaben sich sehr laut, drängelten und waren wie ein angestochener Bienenhaufen.

Aber mal davon abgesehen, ist die Anlage wunderschön. Man wird von den glitzernden, goldenen und bunten Mosaiken nur so angefunkelt. Hier ist eine kleine Bildergalerie des Tempels:

Zum Abschluss hab ich noch ein paar Tipps und alle restlichen Eindrücke von Bangkok:

  1. Kein Thai auf dieser Welt spricht dich nur mal so an, weil er dich so sympathisch  findet. Sobald dich einer anquatscht und fragt, wo du noch so hinfährst, will er irgendwas.  Mögen sie auch noch so gepflegt und toll aussehen und super englisch sprechen. Denk dran: Schlepper-Alarm.
  2. Nutze soviel wie möglich die U-Bahn. Ist billiger und schneller. Denn der Verkehr in Bangkok ist einfach dicht. Da steht man u.U. lange im Stau.
  3. Wenn du auf der Straße was essen willst und sie keine Preise ausliegen haben, frag danach. Ansonsten bekommst du das Touri-Preis-Überraschungspaket und zahlst für ein Essen, das überall sonst 80 Baht kostet, mal schnell 200. Und frag immer ob Reis dabei ist oder nicht.
  4. Pack immer genügend Kleingeld ein, für die U Bahn Tickets (es gibt zwar Wechselstuben auf den Bahnöfen, aber so geht’s schneller), Wasser und eine leichte Jacke. Denn in den Bahnen und Einkaufscentern ist es kalt.
  5. Bestell dir auf jeden Fall „Morning Glory mit Shrimps“ und Reis. Ist super lecker.
  6. Es gibt im Stadtteil Ratchathewi ein Restaurant names „Friends“ (du findest es bei TripAdvisor und Google)  Falls du hier lang kommst, geh rein und bestell die „Thom Yum Koon“ Suppe mit Prawns. Knaller!
  7. Traue nicht den TukTuk Fahrern, falls du auf dem Weg zu einer Sehenswürdigkeit, dem Tempel z.B., bist. Wenn sie dir erzählen, der Tempel hätte gerade geschlossen oder macht erst später wieder auf und sie fahren dich in der Zwischenzeit irgendwo hin – glaub ihnen nicht. Die Tempel haben immer auf.
  8. Besuche eines der Rooftop-Restaurants und berichte mir davon. Wir haben es nämlich nicht geschafft. :)

Urlaub im Ländle

Urlaub im Ländle ist immer gut.

Die Menschen im Ort sind freundlich, die Busse kommen pünktlich, das Essen ist grandios, der Wein fließt in Mengen.

Es gibt jedoch ein paar Regeln, die es zu beachten gilt:

1. Grüße alle auf der Straße. Du kennst sie nicht, egal. Mach es trotzdem. In Berlin würde man dafür verhauen. Im SPECKgürtel von Stuttgart nicht. (Anmerkung der Redaktion: SPECKgürtel. Was für ein Wort?!)

2. „DAS IST KEIN TRABI!“ – Soll heißen: lass die Türen nicht knallen. Sondern nur leicht und leise ins Schloss fallen. Egal ob Wohnungs-, Eingangs- oder sonst weiß was für ne Tür.

3. Setz dich nicht auf Bürgersteige. Anwohner von SPECKgürteln neigen dazu, ihren Kopf aus dem Auto zu strecken und dich lauthals anzuschreien. Ohne Inhalt. Sie schreien einfach. Handelt es sich um junge Männer, sollte man die Idee des Balzverhaltens in Betracht ziehen. Was allerdings die wohl unpraktischste Art wäre, Frauen anzusprechen – oder anzuschreien. Da können wir nämlich ganz schön UNGEMÜTLICH werden!

4. Versuche beim Autofahren auf den Bergen schneller als 40km/h zu fahren, da du dir sonst den Unmut der orts- und straßenkundigen Anwohner heranziehst. Die stehen nämlich gar nicht darauf, wenn sich hinter Touris lange Autoschlangen bilden – und sie mittendrin sind. Sie sind es gewohnt mehrmals täglich Landstraßen – kurvige Landstraßen – zu fahren. So fahren sie locker nachts, bei Regen ohne Licht oder sie telefonieren entspannt mit ihrer Schwiegermutter und besprechen die Einkaufsliste für die näschde Pahrdy, während sie in einer scharfen Linkskurve auf 80km/h „runterbremsen“.

Wenn du all dies beachtest, erwartet dich eine wunderbare Zeit zwischen stillen Apfelhainen, grünen Bergen und Tälern, Nebelschwaden, die nachts aus den Wäldern kriechen, um das Tal zu bedecken, Maisfeldern und Blumenwiesen, die wunderbar duften und scheinbar endlosen „Trimm dich“-Pfaden quer durch den Wald.

Im Übrigen ist man super nah an Straßburg. „Le petit France“ der Altstadtkern, nicht weit vom Hauptbahnhof, ist echt schön. Viele kleine Gassen, Fachwerkhäuser wohin das Auge blickt und Millionen Touris. Deswegen ist es besser die Seitenstraßen zu nehmen. Der Knaller ist aber das Münster (eine der schönsten Kathedralen der europäischen Architektur). Stell dir vor, du läufst in der Altstadt rum und richtest deinen Blick nur auf Shoppinghöhe aus, irgendwann fragst du dich: „Wo ist die denn?“ Dann hebst du einmal kurz den Kopf und sie springt dir förmlich ins Gesicht. Unfassbar, dass sie von Menschenhand gebaut wurde. Riesig. Buchstäblich. Echt sehenswert.

Hatte ich schon erwähnt, wie unglaublich lecker die schwäbische Küche ist? Fast hätte ich meine Urlaubsbegleitung an sie verloren. Ich konnte sie nur schwer mit Berliner Bouletten und Kartoffelsalat ins Flugzeug locken. Die Esslinger zum Beispiel machen aber auch Sachen: wahnsinns Zwiebelkuchen (hach, Esslinger Zwiebelfest … ) und Wurstsalate, die sich ins Hirn einbrennen.

Wenn 2 Menschen nur noch durch abwechselndes Glucksen miteinander kommunizieren, ist das Essen – richtig gut.

Lust auf SPECK?