Im Ländle, da wo man „schmälzt“

Ich hatte das Glück, eine der wenigen Flüge zu bekommen, die an diesem Streik-Freitag gestartet sind. Angekommen am Check-in Schalter, heißt es „Guten Morgen“ und ein grelles Kameralicht scheint mir ins Gesicht.“Was machen sie denn schon hier? Hier ist doch noch keiner?“, fragt mich der Reporter. „Morgen, häh?“ Ist das erste was mir in den Sinn kommt. Nicht sehr einfallsreich, aber es war ja auch erst morgens halb 7. Was ich denn von dem Streik hielte, fragt er mich. „Naja, sollen´se mal machen, scheint ihnen ja wichtig zu sein.“ sprudelt es aus mir raus. Das ist auch das Einzige, was am Ende im Fernsehen übertragen wird. Eigentlich sprudelte noch viel mehr aus mir, aber das war ihnen wohl zu viel, zu schnell und zu sehr im Dialekt. Schön, dann bin ich jetzt im Fernsehen. Die Bestätigung kam prompt durch eine SMS. „Schön haste das gesagt! Faust nach oben für den Streik!“ Hihi. Im Ländle angekommen, gehts ins Hotel. Vertraut urig begrüßt mich die altbackene 70er Einrichtung mit braunen Möbeln, braunen Fliesen und Rauchergeruch.

Von einem Bekannten aus dem Ort erfahre ich, dass dieses Hotel wohl eine beliebte Biker/Motorrad/Männer/Haudegen Unterkunft ist. Super. Klingt nach Lärm.Essen wäre jetzt gut. Die Speisekarte gibt viel her. „Geschmälzte Maultaschen, Zwiebeln und Käs-Spätzle“ Klingt alles unglaublich lecker, aber zuviel um es hier aufzuschreiben. Das Ländle ist immer gut, warm, freundlich und wenn man auch noch erklärt bekommt, was „schmälzen“ und „Dünnerle“ heißt, hat man sogar noch was gelernt.