Birdman – (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)

In „Birdman“ geht es um einen abgehalfterten Schauspieler, der vor vielen Jahren Hauptdarsteller eines Superhelden-Films war – von eben besagtem „Birdman“. Sowas wie „Fantastic Four“ oder „Superman“.

Nun versucht er ein 60 Jahre altes Stück am Broadway zu inszenieren. Und so startet der Film bei den Proben für die Vorpremiere und endet mit der Premiere. Es wird also nur ein kurzer Zeitabschnitt betrachtet.

In der Hauptrolle spielt „good old – Batman“ Michael Keaton. Ihm zur Seite stehen grandiose Schauspieler wie Edward Norton, Emma Stone, Zach Galifianakis und Naomi Watts. Alle durchweg toll, aber Emma Stone und Edward Norton strahlen da schon etwas mehr heraus, als die anderen. 

Zu Beginn des Films sieht man alle Darsteller auf der Bühne für das Stück proben. Mittendrin fällt ein Scheinwerfer auf einen von ihnen. Blöderweise einer der Hauptdarsteller des Stücks. Schwerverletzt kann er nicht mehr für seine Rolle antreten. Eine neue Besetzung wird gesucht. Da kommt Edward Norton alias „Mike Shiner“ ins Spiel. Er ist ein extrovertierter, sehr guter Schauspieler mit einem schrecklich großen Ego. Er wird sofort engagiert und damit geht der Film richtig los.

Ich will nicht gleich alles im Detail erzählen, aber im Grunde geht es darum, wie der Hauptprotagonist „Riggan Thomson“ (Michael Keaton) damit kämpft, scheinbar unbedeutend zu sein. Von seiner Tochter Sam (Emma Stone) muss er sich anhören, dass sein Stück schlecht und veraltet ist und dass sich niemand für ihn oder die Besucherzahlen interessieren würde und auf der anderen Seite hält ihn die wichtigste Broadway Kritikerin für eine Lachnummer. Frei nach dem Motto: „Sie sind nur lausiger Promi, der wieder ins Rampenlicht will. Sie sind kein Schauspieler.“  Zusätzlich kämpft er gegen die innere Stimme, die sehr real und äußerst kritisch als „Birdman“ mit ihm spricht. Früher war er was. Früher war er berühmt. Jetzt hat er alles Geld in dieses Stück gesteckt. Es ist seine letzte Chance etwas Bedeutendes zu tun. Der Protagonist hat also mit einer Menge Geistern zu kämpfen.

Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, wo Michael Keaton noch mitgespielt hat. Ich kenne ihn nur aus „Batman“. Und so war er in meinem Kopf abgespeichert. Aber in Birdman spielt er so gut, dass ich glatt vergessen habe, dass er Batman ist. „Birdman“ ist wirklich sehenswert. Mich persönlich begeistert immer, wenn alles  echt aussieht. Mit Falten im Gesicht, dünnen Haaren. Rascheln der Jacken. Kein Hollywood-Romantik-alle sehen wunderschön aus-Filter.

Eins noch: Die Filmmusik ist nicht neu erfunden, es gab sie in der Art schon öfter, aber sie ist echt gut gemacht. Also ab ins Kino.

 

Gute Filmmusik

Nichts ist schlimmer als ein Film mit schlechter Musik. Deswegen ist es wichtig, mal gute Soundtracks zu würdigen. Komponisten von Filmmusik sollten eh viel mehr Beachtung bekommen. Eine gute Quelle für neuen Soundtrack Input sind übrigens Soundtrack Radios, wie zum Beispiel: SkyFm/Soundtrackradio oder StreamingSoundtracks

Ein Tipp noch: Hört euch mal in den YouTube Channel von „Armand Amar“ rein.  Wahnsinn, was er komponiert. Hier geht’s zur Playlist von seinem Channel: Top Tracks „Armand Armar“

momentum

die konfrontation mit alten geistern – die man zu grabe getragen glaubte. sie ist da. sie sind da. sie hängen an dir, wie schwere gewichte. behindern dich in deinem gang. klammern, ziehen und machen sich schwer. doch etwas hat sich geändert. du kennst sie, willst sie loswerden, wehrst dich. die beklemmung ist gleich, aber dein schritt ist stärker, dein wille fokussiert. du gehst nicht zu fall. du ziehst sie mit. schritt für schritt. auch trotz macht sich breit: „nicht noch einmal. ihr nicht! ihr nicht.“

die geister, die du riefst. sie werden aufsteigen aus dem nichts. dich aus deinem alltag zerren und überraschen. ihr handeln ist gleich. ihre absicht unverändert. nur du. du bewegst dich fort. du machst weiter. vielleicht reißen sie dich zu boden. vielleicht auch nicht. in jedem fall stehst du auf. und jemand wird neben dir sein und deine hand nehmen.

 

Mani, Pedi, Botox

Wir sind die einzige Spezies, bei der Schönheit weiblich ist. Im Tierreich sind es die Männchen, die mit buntem Gefieder oder roten Hälsen um die Gunst des Gegenübers buhlen. Nur bei uns Menschen gibt es Schlagzeilen wie diese in den Zeitschriften: „Frauen sehen im Winter 5 Jahre älter aus!“ Neben dem Artikel werden der geneigten Frau zahlreiche Make-up- und Retusche Tipps dargeboten. Damit man nicht so schrecklich aussieht und die armen Männer das ertragen müssen. Öhm?!

Die Absurdität solcher Headlines macht mich irgendwie etwas rat- und sprachlos.

Quelle: http://criticultredux.files.wordpress.com http://criticultredux.files.wordpress.com/2013/06/goldie.jpg
Quelle: http://criticultredux.files.wordpress.com
http://criticultredux.files.wordpress.com/2013/06/goldie.jpg

Die Verabschiedung.

Da gibt es so Szenen… zwischen Mann und Frau… wenn die zwischenmenschlichen Verhältnisse noch nicht ganz geklärt sind. Das kann mitunter peinlich werden. Man stelle sich vor:

Er: „Mist – Gleich kommt die Verabschiedung.“ 
Sie: „Mist – Gleich kommt die Verabschiedung.“ Kuss? Ok. Und nun? Auf die Wange, auf den Mund oder nur angedeutet knapp daneben. Links? Rechts? Vielleicht dieses eine Mal noch eine Umarmung. Oaarr…  

Sie fummelt an der Kordel ihrer Jacke, er wirkt unkonzentriert. Sie geht auf ihn zu, will umarmen, er streckt ihr den Kopf entgegen. Will sie küssen. Sie merkt es noch im letzten Moment und versucht die Arme zu senken, den Kopf umzuschwenken, ihm entgegenzukommen… erwischt nur das Kinn. Stößt förmlich dagegen. Irgendwie. Alles sehr wirr. Die beiden wirken wie aus einem Loriot Sketch, der die verhedderten Arme nur so fliegen und verknoten lässt. Dazwischen große Jacken, auseinanderfliegende Zeitungen, eine Mütze, die hinten runterfällt, vielleicht noch ein Rucksack auf dem Rücken – für eine Umarmung gänzlich unpraktisch. Die Frau hat einen Buckel. Hinter ihnen ein Mann in Trenchcoat mit Salamibrötchen in der rechten Hand. Fassungslos angesichts des Handgemenges. Nimmt den letzten Bissen, geht vorbei. Dreht sich nochmal um. Geht.

Was bleibt, sind zwei völlig verwirrte Menschen.

Und gackernde Freunde, wenn sie es ihnen erzählen.

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