physisch im ländle – thematisch in der welt

unterwegs im süden deutschlands. unterwegs zwischen menschen, die weite strecken ihres lebens hinter sich haben. menschen, die viel erlebt und viel erfahren haben.

ich hing an ihren lippen. lange habe ich nicht mehr so bereitwillig alte geschichten gehört. sie schienen mir sonst immer langweilig, schließlich hatte ich sie nicht selbst erlebt. aber umgeben von intellektuellen schriftstellern, künstlern, malern und weitgereisten brückenbauern konnte ich nicht widerstehen. das sie zudem noch herzlich und offen waren, zauberte mir durchgehend ein leuchten in die augen.

neben vielen interessanten geschichten, dieser interessanten menschen, hörte ich einen satz: „ich möchte nicht mit den jungen leuten tauschen.“ wir redeten über  aktuelle ereignisse, wie die „occupy wall street“ bewegung. darüber, dass „die finanzmärkte“ eine schwer zu fassende masse sind. wer ist das? was machen sie und wie kann man auf die entwicklungen der welt- und finanzmärkte einfluss nehmen?  „ich verstehe eure generation nicht, warum demonstriert ihr nicht? es gehen viel zu wenig menschen auf die straßen. ihr seid wirklich sehr brav.“ es sei doch unser geld, unsere zukunft.

als einzige vertreterin dieser braven generation sah ich mich gezwungen eine erklärung zu finden.

ich entschuldigte mich damit, dass wir unter einem enormen druck ständen „super-menschen“ zu sein, die schnell, schlau und innovativ sein müssen. höher, schneller, weiter. zwischen dem alltäglichen multitasking zwischen arbeit, privatleben und persönlicher wissensaufnahme, bliebe keine zeit und keine konzentration sich mit den politischen und finanziellen problemen der welt auseinanderzusetzen. der fokus richte sich auf das eigene persönliche universum.

mir schien, es klang doch sehr nach ausrede.

schließlich musste ich einsehen, dass ich schlicht zu wenig darüber weiß. was genau geht dort vor sich? ich kenne nicht die hintergründe, die zusammenhänge und die möglichen folgen für uns, sollte man den börsen weiterhin soviel spielraum und recht einräumen. ich lese zeitung, versuche die zusammenhänge zu erkennen, aber verstehe ich wirklich was dort passiert?

unweigerlich stelle ich mir viele fragen: bin ich die einizge, der es so geht? kennen die demonstranten, die sich vor der wall street postiert haben die zusammenhänge, hintergründe und folgen? sind diese finanzmärkte und börsen, die bloß nicht nervös werden dürfen, nur für mich eine abstrakte masse, oder geht es anderen menschen auch so?

muss ich denn erst alles verstehen, bis ich meinen beitrag leisten kann?

ich fühle mich schuldig nichts für meine generation und meine zukunft zu machen. den politikern als demonstrant nicht genügend rückendeckung zu geben, um neue gesetze zu schaffen, die den märkten wieder grenzen zeigen.

jedoch lässt es mein persönliches universum nicht zu, ein zelt vor einer börse aufzuschlagen.

ich werde mir noch überlegen, wie ich meinen beitrag leiste.

für den moment ist aber eins sicher: ich nehme mir mehr zeit. zum lesen. zum verstehen. als meine pflicht.

Elbe

Hollywoodschaukel. Bier. Freunde. Ausblick über die Elbe.

Ein Freund lädt ein zu einem privaten Gegenprogramm zum Fusion-Festival. Den Beginn machte der wunderschöne alte Dredner Bahnhof.Glückliche Fügungen brachten uns in Windeseile zum Haus und Grundstück dieses Freundes. Nach einer ersten Besichtigung des  Hauses,wurden die Zelte aufgebaut und das erste Begrüßungsbier auf dem höchsten Punkt des Grundstückes getrunken. Eingemurmelt in Decken lagen wir auf der Hollywoodschaukel und genossen den Sonnenuntergang. Mehrfaches seufzen meiner Freundinnen unterbrach gelegentlich die Stille. 2 Tage lang wurde gesungen, geredet und getanzt. Das es durchgängig regnete wurde von allen Gästen mit einem Lächeln begrüßt und anschließend ignoriert. Wen störts. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Klamotten. Und es gibt zur Not immer einen Pavillon, den man aufstellen kann. Danke für dieses Wochenende und die Gastfreundschaft.

 

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Zeit

Zu meinem letzten Geburtstag bekam ich von meinen Freundinnen gute Bücher und von den Herren Glitzerzeug. Ich habe gar nicht erst versucht darin etwas zu deuten. Heute lese ich das erste Buch. Im Freien.Mit Springbrunnen in der Nähe.

Und natürlich gibt´s dazu das passende Frauen-Bein-Foto. Dabei fällt mir ein, es gibt einen Blog, der sich ausschließlich mit dem Vergleich Frauenbeine vs. Hot Dog beschäftigt. Absolut sehenswert. Vor allen Dingen wenn man Hunger hat: Hot Dogs or Legs

 

 

 

Outing als Touri

Bin in verschneitem Postkarten-Dörfchen im Süden Deutschlands und muss sagen: Hier schiebt man ein fremdes Auto mit an, wenn es nicht aus seiner zugeschneiten Parklücke rauskommt, hier grüßt man sich und fragt wie denn der Skilanglauf war, obwohl man sich nie gesehen hat..hier Ticken die Uhren anders.

Ich find’s schön. Zu Hause kommen die Leute grade mal ins Gespräch, wenn man auf Grund der Enge in vollen Zügen nicht weiß wo man hingucken soll.

Hingerissen vom Anblick, hab ich mich fallen lassen und den Schneeengel gemacht. Fiese Nässe im Nacken und das Outing als „Wir haben doch bei uns so selten Schnee“-Touri inklusive. Egal.