Home #10

Schon bald gehts für mich wieder nach Hause und die Vorfreude steigt. Bei all der Sonne ist meine innere Uhr auf Weihnachten eingestellt. Überall hängen Xmas Plakate, die Shops locken mit Geschenkideen und Special Offers, die die Leute wohl daran erinnern sollen, aber was ich von den meisten gehört habe ist, dass sie das Fest nicht ganz so ernst nehmen und es eher mit nem Sixer Bier am Strand feiern. Für mich wäre das zu wenig. Ich bin in Gedanken schon bei der Auswahl der zu backenen Plätzchen und Kuchen. Auch wenn in Berlin das Wetter wohl dermaßen schlecht und deprimierend ist, es braucht halt Kälte und Dunkelheit um in Stimmung zu kommen.
Außerdem muss ich ständig an deutsches Essen denken. Vor allen Dingen ans Schwarzbrot. Ne richtige Stulle oder Brotzeit, wie die Bayern sagen. Der Gedanke hängt mir schon seit einigen Tagen nach. Das dunkle Brot hier ist nicht dasselbe. Weich und wie Toast. Wirst einfach nicht satt. Was auffällt in der Stadt, ist die Vorliebe für Burger und Pies. Dazwischen gibts noch jede Menge anderer Sachen, aber soviele Burgerrestaurants und Bäckereien mit süßen Pies hab ich lang nicht mehr gesehen.
Ich bin in St. Kilda, einem Bezirk direkt am Strand – viele Hostels, Bars, Clubs, junge Leute und Backpacker auf der Suche nach Arbeit. Ich würde es mal mit Friedrichshain vergleichen. Nur eben mit Palmen und Strandpromenade. Schicker ist es da eher in Richmond z.B..
Um zu verstehen, was es mit den Burgern auf sich hat, bin ich zu Joe’s und hab mir Burger und Bier bestellt. Für 15$. Ist übrigens die Happy Hour, btw. Hust. Er war gut, das Fleisch doppelt so dick wie bei uns, aber das Käsefett tropfte raus und so richtig vom Hocker hats mich nicht gehauen. Ich sag mal – unser Burgermeister macht bessere.
Bei all den riesen (amerikanisch anmutenden) Portionen hielt ich mich die letzten Tage lieber an Salat und Tortillas.

Themenwechsel: Neues aus dem Hostel.
Das dort jeden Abend Spiele angeboten werden, hab ich schon gesagt. Aber was das für Spiele sind. Meine Herren. Das Trinken im Vordergrund steht ist klar, aber genauso scheint es enorm wichtig zu sein,Mädels in BH oder ganz oben ohne zu sehen. Ob mittels Wet T-Shirt Kontest, Strip Ping Pong oder Bingo. Egal, immer sitzt jemand oben ohne da. Auf mein Augenrollen hieß es dann „Ist doch nur Party?!? Was hastn dich so? Sie hat doch noch einen BH an?!“ Achso.
Um das mal klarzustellen, ich hab nirgends mitgemacht und war mit dieser Haltung offensichtlich die Spaßbremse. Bitte, gerne.
Nerv.
Wer trotzdem mal nach Melbourne kommt, sollte ins XBase Hostel. Es ist sauber (die Reinigungskräfte kommen täglich einfach ins Zimmer, is ihnen schnurz, ob Du noch schlafen willst), groß, hat WiFi, ein sicheres Türensystem mit Chipkarten und ist im Vergleich zu den anderen Hostels in der Gegend das beste.

In den letzten Tagen war ich viel unterwegs, hab viel gesehen, gegessen, gehört und mitgenommen. Australien ist toll und bot mir mit Abstand den besten Urlaub meines Lebens. Die Leute, die Natur und der Gedanke auf der anderen Seite der Welt zu sein ist traumhaft. Es ist auf jeden Fall ein Wiedersehen wert, aber jetzt bleibt mir nur noch faulenzen und mich auf die Heimat freuen. Freunde, Familie, Prosecco -Abende, mein eigenes Bett (ich schlaf in einem 6-Bett Zimmer auf der unteren Liege des Doppelstockbetts und stoß mir regelmäßig den Kopf), gutes Brot, Weihnachten, rüpelnde Leute und schlechtes Wetter. Berlin, ich freu mich auf dich.

 

 

Hostel #9

Es ist so, wie alle sagen. Du lernst echt schnell Leute kennen. In meinem Fall, nur Männer. Die Frage ist aber nicht, wieviele du kennengelernst, sondern wen. Den hyperaktiven Zumbalehrer hatte ich ja schon erwähnt, dazu kommt noch der Barmann aus London mit Schlafzimmerblick, der Thailänder, dem es in Australien zu kalt ist, der Belgier, der immer genauso früh wach ist wie ich, der 19jahrige Australier von dem ich mehr erfahren hab, als mir lieb ist, der Berliner, der hofft sein Englisch verbessern zu können, der stille Ami, der mir nicht verraten wollte, wie er sein Geld verdient und zu guter letzt die Schottinnen aus meinem Zimmer, die lieber die Klimaanlage durchlaufen lassen, als einfach mal das Fenster zu öffnen. Alles in allem sind aber alle offen und freundlich. Es macht Spaß sich abends in der Küche zu treffen und immer jemanden zu finden, mit dem Du nett plaudern kannst. Dabei sind die Frauen hier viel zurückhaltener. Mehr als ein zögerndes Lächeln kommt nicht. Is ok. Es treffen viele unterschiedliche Personen aufeinander. Viele sind auf der Durchreise, suchen einen Job hier oder arbeiten bereits in der Gegend. Dabei ist das Hostel als Unterkunft wohl noch die preiswerteste Alternative. Einfach nur Urlaub machen die wenigsten. Also wohl nur ich. Was mich überrascht hat, war die Haltung gegenüber ihren Freunden, die sie quasi zu Hause gelassen hatten. Auf meinen Einwand, man würde doch seine Freunde total vermissen, wenn man auswandert, bekam ich nur die Antwort, man lerne doch neue Leute kennen, also was solls. Sicher denken nicht alle so, aber… aber naja. Die Portion Skepsis, die sich mir förmlich aufdrängt, ist wohl nicht ganz verkehrt.

Jeden Abend gibt es im Hostel irgendeine Party. Irgendwas ist immer. Dabei ist die Musik eher mittelprächtig bis schlecht und der Alkohol teuer. Ich verzieh mich da lieber an den Strand oder zu den Rauchern.

Ps. Jeden Morgen und Abend gibt es hier kreischende, verzerrte Lautsprecherdurchsagen vom Personal, die dir entweder sagen, dass Du gefälligst aufstehen sollst oder das es langsam Zeit ist für die nächste Party. Knaller, erinnert mich an „Club las Piranas“. Haha.

Melbourne city center #8

Heute 5 Stunden in der City rumgelaufen und gestaunt und gestaunt. Melbourne ist so busy und international. Was auffällt – alle haben ihr smartphone in der hand, also wirklich alle und essen. Du kannst überall essen. Essen, essen, essen. Und Kaffee trinken. Wahnsinn, zwischendrin gabs ne Demo, Kuchen in Hundeform, die melbourne university (has bunte haus), schrille Läden, die bis an die Decke mit Weihnachtsdeko vollgestopft sind, ein riesiger toller Queen Victoria Markt (ist bisschen wie unsere Kreuzberger Markthalle nur 5 oder 6 mal so groß), ein Vergnügungspark und jede Menge Sänger an jeder Ecke. I love this city!!