Urban Street Art auf dem Teufelsberg

Auf Europas größtem Urban Street Art Gelände – dem Teufelsberg im Grunewald

Heute verbrachte ich den Tag mit meiner lieben Freundin von beta2version im Berliner Grunewald auf dem Teufelsberg und bewunderte jede Menge beeindruckender Urban Street Art.

Zunächst einmal waren wir beide noch nie im Grunewald. Ja, als Berliner passiert das mal. Wir haben es ja jetzt nachgeholt. Nach einer ausführlichen BVG-Fahrplandiagnose brachte uns die GPS Google-Navigation sicher durch den Wald zum Teufelsberg.

Leicht außer Atem erreichten wir die Anlage, die mit jeder Menge Zaun umschlossen ist. An einigen Stellen sieht man noch Ausbesserungen, von Leuten die „unbefugt“ die Anlage betreten wollten. Wären wir mal früher gekommen.

Egal. Wir drehten eine Runde um den Berg und entschlossen uns, vor dem vermeintlichen Haupteingang zu warten. Frau Beta wusste, dass es stündlich Führungen gibt. Nach nicht mal 10 Minuten nachdem wir unsere Butterbrote aufgegessen hatten, ertönte ein lautes 30er Jahre Swing Lied im Wald und ein alter VW Bus, der zu einem mobilen Eis-Laden umfunktioniert wurde, düste um die Ecke. Mit dabei auch einige Leute von der Künstlervereinigung, die die Touren über das Gelände geben.

Nach 10 Minuten und 7€ leichter wurden wir von einem sehr netten Guid zum Turm geführt. (Bevor wir das Gelände betreten durften, musste jeder einen Haftungsausschluss unterschreiben. Denn hier gilt: Betreten auf eigene Gefahr.)

Der Guide
führte uns langsam über das Gelände und nannte uns alle Sicherheitsvorkehrungen und Gebote, die wir beachten sollten. Endlich im Turm ging es Stockwerk um Stockwerk höher. Die Aussicht über den Grunewald und Berlin ist grandios. Wir hatten zudem das Glück, dass die Sonne schien und keine Wolke am Himmel die Aussicht trübte.

Das Haus selbst wurde komplett entkernt. Es gibt weder Türen, noch Fenster. Nur noch Mauerwerk. Wahrscheinlich aus diesem Grund ist es ein perfekter Ort für zahlreiche unfassbar talentierte Graffiti– und Stencil-Künstler. Jedes Stockwerk faszinierte mit großen Bildern. Wir schauten uns begeistert alles an und knipsten Fotos um die Wette.

Schließlich durften wir den Turm hinauf in die Kuppel. Die Akustik dort ist einmalig und ist echt lustig. Alles was man sagt bildet mehrmals ein Echo.  Nach ca. 1 Stunde gingen wir alle wieder runter und verließen das Gelände. Ein toller Besuch bei Bombenwetter. Hat sich gelohnt. Nächstes Mal gehen wir auf den Müggelturm.

Birdman – (oder die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)

In „Birdman“ geht es um einen abgehalfterten Schauspieler, der vor vielen Jahren Hauptdarsteller eines Superhelden-Films war – von eben besagtem „Birdman“. Sowas wie „Fantastic Four“ oder „Superman“.

Nun versucht er ein 60 Jahre altes Stück am Broadway zu inszenieren. Und so startet der Film bei den Proben für die Vorpremiere und endet mit der Premiere. Es wird also nur ein kurzer Zeitabschnitt betrachtet.

In der Hauptrolle spielt „good old – Batman“ Michael Keaton. Ihm zur Seite stehen grandiose Schauspieler wie Edward Norton, Emma Stone, Zach Galifianakis und Naomi Watts. Alle durchweg toll, aber Emma Stone und Edward Norton strahlen da schon etwas mehr heraus, als die anderen. 

Zu Beginn des Films sieht man alle Darsteller auf der Bühne für das Stück proben. Mittendrin fällt ein Scheinwerfer auf einen von ihnen. Blöderweise einer der Hauptdarsteller des Stücks. Schwerverletzt kann er nicht mehr für seine Rolle antreten. Eine neue Besetzung wird gesucht. Da kommt Edward Norton alias „Mike Shiner“ ins Spiel. Er ist ein extrovertierter, sehr guter Schauspieler mit einem schrecklich großen Ego. Er wird sofort engagiert und damit geht der Film richtig los.

Ich will nicht gleich alles im Detail erzählen, aber im Grunde geht es darum, wie der Hauptprotagonist „Riggan Thomson“ (Michael Keaton) damit kämpft, scheinbar unbedeutend zu sein. Von seiner Tochter Sam (Emma Stone) muss er sich anhören, dass sein Stück schlecht und veraltet ist und dass sich niemand für ihn oder die Besucherzahlen interessieren würde und auf der anderen Seite hält ihn die wichtigste Broadway Kritikerin für eine Lachnummer. Frei nach dem Motto: „Sie sind nur lausiger Promi, der wieder ins Rampenlicht will. Sie sind kein Schauspieler.“  Zusätzlich kämpft er gegen die innere Stimme, die sehr real und äußerst kritisch als „Birdman“ mit ihm spricht. Früher war er was. Früher war er berühmt. Jetzt hat er alles Geld in dieses Stück gesteckt. Es ist seine letzte Chance etwas Bedeutendes zu tun. Der Protagonist hat also mit einer Menge Geistern zu kämpfen.

Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung, wo Michael Keaton noch mitgespielt hat. Ich kenne ihn nur aus „Batman“. Und so war er in meinem Kopf abgespeichert. Aber in Birdman spielt er so gut, dass ich glatt vergessen habe, dass er Batman ist. „Birdman“ ist wirklich sehenswert. Mich persönlich begeistert immer, wenn alles  echt aussieht. Mit Falten im Gesicht, dünnen Haaren. Rascheln der Jacken. Kein Hollywood-Romantik-alle sehen wunderschön aus-Filter.

Eins noch: Die Filmmusik ist nicht neu erfunden, es gab sie in der Art schon öfter, aber sie ist echt gut gemacht. Also ab ins Kino.

 

Ein Sommertag am Plötzensee

Wer in Wedding ans Wasser will, sollte sich unbedingt ein Ruderboot am örtlichen Bootsverleih mieten und ne Stunde über den See. Is herrlich. Und der Besuch beim Bootsverleih ist auf jeden Fall – na ich sag mal – die Inhaberin is noch ne rischtje Type! Da würde mir nicht im Traum einfallen, ihr blöd zu kommen. Das muss man sich mal geben. Ein Radler am  Bootsverleih mit Plastiktischdecken, Schlagermusik im Hintergrund, Rentner und Hipster an den Tischen daneben und den einmaligen Ausblick auf lustige Pärchen, die sich gerade in die Boote gesetzt haben, rauspaddeln wollen und bei denen sich herausstellt, das der Mann so null, also wirklich null, also gar nicht rudern kann und wild mit den Rudern um sich her wirbelt. Die entsetzten Gesichter der Inhaber und umstehenden Leute, ob dieses 6-minütigen Schauspiels ist jedes Geld wert. Die Freundin hätte sich im Wissen, der ca. 20 Augen im Nacken am liebsten in Luft aufgelöst. Doch ihr Respekt und die gute alte Liebe zu ihrem Gatten, lies sie sichtbar im Boot. Ich war gerührt. Also hier noch mal ein kleiner Eindruck. Geht hin, ist schön.

 Plötzensee from Michael Terhorst on Vimeo.

Plötzensee from Michael Terhorst on Vimeo.