Tofu, Soja und Co. – Welche Sorten schmecken? Ein kleiner Überblick.

Vor nunmehr zwei Jahren entschied ich mich, vegetarisch zu leben. Ich hatte mir ausgerechnet zu Ostern mehrere Dokus und Filme angesehen. Es ging dabei um Massentierhaltung, geschredderte Küken, durchgeschlitzte Rinderkehlen und Tierschutzorganisationen, die sich auf Hühnerfarmen schleichen und dabei über Tierleichen stiegen.  An diesem Tag hat es mir buchstäblich die Augen geöffnet und den Appetit verdorben. Ich entschied mich, künftig auf Fleisch zu verzichten. Um ehrlich zu sein, fand ich es auch nicht sonderlich tragisch. Ich koche zwar gern deftig. Und auch gern Gerichte aus der deutschen Hausmannskost, aber wann mach ich das? Allenfalls zu Feiertagen oder wenn Besuch ansteht. Also nicht so oft. Ich hab im Alltag eh nicht viel Fleisch gegessen. Die paar dünnen Scheiben Schinkenwurst vom Netto zählen für mich nicht wirklich als Fleisch. Ich mein, ist das richtiges Fleisch oder irgendwas industriell künstlich Hergestelltes mit Unmengen Salz und Kräuterrand.

Ich bin einer von den Vegetariern, die aus moralischen Gründen auf Fleisch verzichten. Weil sie schlimme Dokus gesehen haben, die man nicht ignorieren kann. Man hat mich oft gefragt, warum ich mir das anschaue. Schließlich wisse man doch, dass das schlimm ist und man sich „sowas“ nicht ansieht. Na wenn das die Einstellung ist „Gute Nacht“.

Mit der Zeit fing ich an, mich auch für die vegane Ernährungsform zu interessieren. Ich wühlte mich also durch mehrere Seiten, Blogs und Apps und saugte jede Menge Informationen auf. Und trotzdem – die Überwindung schien mir weitaus größer. Schaff ich es denn auf Käse zu verzichten? Meinen geliebten Käse? Ein Leben ohne Schweizer Gruyerzer?

Ja klar. Ich wollte es zumindest ausprobieren. Also begann ich, mir Sojajoghurts und Tofu zu kaufen. Genauer gesagt, fing ich an, mich durchzuprobieren. Ich denke, jeder Vegetarier/Veganer kennt das Problem der riesigen Auswahl. Da gibt es reines Tofu, Räuchertofu, Räuchertofu mit Mandeln und Sesam, Currytofu, Oliventofu, Tomatentofu und und und. Und das alles von verschiedenen Herstellern. Und alle schmecken anders. Die einen sind ziemlich trocken und bröckelig, die anderen recht wässrig und geschmacklich fad. Wer soll denn da durchsehen?

Ich mach es euch einfach und nenne euch meine Favoriten der Tofus, Bratlinge und Sojajoghurts.

1. Tofu

  • Räuchertofu von Edeka – Hausmarke. Preis:  1,99€
  • Räuchertofu mit Mandeln und Sesam aus dem Bioladen von Taifun. Preis:  2,69€
  • als Notlösung, falls der Edeka und der Bioladen geschlossen haben, geht noch die Hausmarke vom Kaisers.  Preis: 1,99€

Das wars. Es tut mir leid, mehr gibt es nicht. Wie ich darauf komme? Naturtofu geht einfach gar nicht. Er schmeckt nach nichts und hat eine wabbelige Konsistenz. Völlig egal, von welchem Hersteller. Die Currytofus und Tomatentofus und wie sie alle heißen, sind einzeln nur so mittelmäßig. Entweder ist der Geschmack irgendwie künstlich und etwas überbordend oder der Tofu ist wässrig. Man kann sie allenthalben für Reis- oder Gemüsegerichte nehmen, wo sie ein kleiner Bestandteil unter vielen Gemüsesorten sind. ;)

2. Sojajoghurts und Getränke als Ersatz für Milchjoghurts und Milch.

  • Alpro Sojajoghurt Zero (ohne Zucker) 1,59€
  • Alpro Sojajoghurt Vanille 1,59€
  • Provamel Sojajoghurt Vanille 1,59€
  • Alpro Mandelmilch 2,49€

Es gibt bei den Joghurts noch eine Reihe verschiedener Geschmackssorten, wie Heidelbeere, Limette oder Käsekuchen. Aber ich finde sie eindeutig zu süß. Selbst die Vanillejoghurts sind schon süß, aber im Vergleich noch recht zurückhaltend (nichts geht über eine kleine Schale Vanillejoghurt mit Apfel-Mangomark – ist einfach super lecker). Der einfache Natursojajoghurt ohne Zuckerzusatz schmeckt halt nach – nichts. Also nach nichts schlechtem zumindest. Ich würde ihn deswegen immer mit einer zweiten Zutat aufwerten: Zimt, Honig, Apfelmus, Obst oder Haferflocken.

Bei den Drinks (Milchen) sieht das Feld leider auch etwas dünn aus. Die Mandelmilch ist von allen die teuerste, schmeckt aber leider auch am besten. An Reis- oder Dinkelmilch bin ich persönlich nur schwer rangekommen. Sie schmecken irgendwie nussig und sehen aus wie Wasser mit weißer Farbe. Und Sojamilch schmeckt in meinen Augen immer wie (süße) Kaffeesahne. Oft habe ich darüber hinweg gesehen und mir Kaffee mit Sojamilch bestellt. Aber als eingefleischter Kaffeetrinker konnte ich das nicht lange ertragen. Es schmeckt einfach sehr süß und irgendwie nicht gut. Anders kann ich das nicht beschreiben. Da trink ich meinen Kaffee lieber schwarz.

3. Jetzt kommen wir zu den Bratlingen. Zu empfehlen sind folgende Sorten:

  • Falafelbällchen zum Anrühren von Davert. Preis: 1,75€
  • Rosmarinrouladen von Weathy. Preis: 3,89€
  • Schnitzel von Valess. Preis: 1,99€
  • Kebab von Wheaty. Preis: 3,95€
  • Taifun Oregano Bratlinge. Preis: 2,69€
  • Kamut Bratlinge (Firma weiß ich nicht, mehr. War aber eine lila Verpackung) Preis: 2,85€

Wer sich grade über die Preise erschrickt – ja teuer sind sie alle. Auch wenn man mit der Lebensweise seinen Beitrag leistet, so lässt man dafür auch ganz schön viel Geld.

Ich hoffe, der Beitrag war für euch hilfreich. Welche Favoriten habt ihr? Ich freue über neue Ideen und Empfehlungen!

Ein Kommentar

  1. Ich fand Natur-Tofu auch immer gruselig bis ich angefangen habe ihn zu marinieren. Würfeln und in Sojasoße, Gemüsebrühe, Lieblingsgewürze, Knoblauch, Zwiebeln, Agavensirup/Zucker…. 2 -3 Tage marinieren. Dann raus aus der Marinade, trockentupfen ud ein bisschen ausdrücken.
    Je nach dem wie viel Zeit man hat direkt kurz scharf anbraten oder in eine Dose mit Speisestärke und schütteln bis er komplett bestäubt ist und dann anbraten oder wenn man viel Zeit und Lust hat panieren. (Lohnt sich)
    Falls es schnell gehn muss nehm ich den Tofu einfach unmariniert, würfel ihn und schüttel ihn in einer Dose mit einer Gewürz-Speisestärke-Salz-Mischung.

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